Unser Kirchenjahr

Die Uhr des Kirchenjahres

In dieser Uhr haben Sie einen Überblick über das evangelische Kirchenjahr.

Das Kirchenjahr beginnt mit dem ersten Advent und endet mit dem Ewigkeitssonntag. Die sich wiederholenden Feste zeigen das Leben Jesu und sind mit den Jahreszeiten fest verknüpft. In der dunkelsten Jahreszeit finden wir Weihnachten - ein neues Licht betritt die Welt. In der aufblühenden Jahreszeit feiern wir Ostern - der Sieg des Lebens über den Tod. 

 

Die liturgischen Farben

Die liturgischen Farben drücken den Charakter und die Stimmung der kirchlichen Riten aus und unterstreichen diese. Die Farben werden bestimmten Liturgien zugeordnet und finden sich in den Paramenten und Antependien wieder.

Paramente und Antependien

Paramente sind die verwendeten Textilien, wie das Altartuch, die Kelchwäsche beim Abendmahl und die Textilien der Mitwirkenden.

Antependien sind der Altar- und Kanzelbehang sowie der Behang des Lesepultes.

Was bedeuten die einzelnen Feste?

Der Weihnachtskreis

Der Kreis umfasst die Zeit vom Advent bis zu Epiphanias.

Die vier Sonntage im Advent (lateinisch adventus "Ankunft") bezeichnen die Zeit, in der sich die Christenheit auf Weihnachten und die Geburt Jesu vorbereiten.

 

Liturgische Farbe: violett

Weihnachten bezeichnet die Zeit, in der an die Geburt Jesus Christus gedacht wird. Weihnachten wird auch Heiliger Christ, Christtag und Hochfest der Geburt des Herrn genannt und beginnt am Vorabend mit Heiligabend. 

Der Gottesdienst an Heiligabend wird auch Christvesper (lateinisch "Abend") genannt. Üblicherweise wird die Christvesper zwischen 16 Uhr und 18 Uhr gefeiert.

Beim Christfest am 25.und 26. Dezember wird die Geburt Jesu Christi gefeiert. 

 

Liturgische Farben: weiß

Der Altjahresabend, am 31. Dezember, bezeichnet den letzten Tag des Kalenderjahres. in vielen abendlichen Gottesdiensten wird die neue Jahreslosung ausgelegt und das Thema "vergehende Zeit" in den Mittelpunkt gestellt.

Neujahr ist der erste Tag des neuen Kalenderjahres, am 01.Januar. Rückblick und Ausblick geben dem Neujahrsgottesdienst den Charakter von dank und Bitte im Namen Jesu.

 

Liturgische Farben: weiß

Epiphanias (altgriechisch "Erscheinung“) ist nach Ostern der zweitälteste christliche Festtag. Am 6. Januar wird die Offenbarung der Göttlichkeit (Epiphanie) des Herrn gefeiert. Der Tag ist auch als die "Heiligen drei Könige" bekannt.

 

Liturgische Farbe: weiß

Die Sonntage bis zur Vorpassionszeit stehen in der Epiphaniaszeit ("Erscheinungsfest") und bedeuten: Jesus Christus ist zum Heil der ganzen Welt erschienen.

 

Liturgische Farbe: weiß

Der Osterkreis

Dieser Kreis beginnt mit der Vorpassionszeit und endet mit Pfingsten.

Die Zeit der 3 (oder 4) Sonntage werden als Vorpassionszeit oder Vorfastenzeit bezeichnet. Die Sonntage markieren die ungefähre Entfernung vom Osterfest.

(4. Sonntag vor der Passionszeit)

Septuagesimä (lateinisch "siebzigster") ist der 70. Tag vor dem Ende der Osterwoche.

Sexagesimä (lateinisch "sechzigster") ist etwas 60 Tage vor dem Ende der Osterwoche.

Estomihi (lateinisch "sei mir") leitet sich vom ersten Wort des Introitus Psalms 31, Vers 3 ab. Er ist in etwa der 50. Tag vor dem Ende der Osterwoche. Der Sonntag hat auch den Namen Quinquagesimä. Er ist der letzte Sonntag vor der Passionszeit.

 

Liturgische Farben: grün

Die Passionszeit beginnt mit Aschermittwoch. Er stellt den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit dar. In vielen Gemeinden wird der Aschermittwoch mit einem Bußgottesdienst begangen.

 

Liturgische Farbe: violett

Die Passionszeit oder auch Fastenzeit bedeutet: Jesus Christus leidet und stirbt für uns am Kreuz. Diese Zeit dauert 40 Tage und endet mit Ostern.

Jeder der Passionssonntage hat einen Namen, der sich aus dem ersten lateinischen Wort des Eröffnungsverses des Gottesdienstes, dem Introitus, ableitet.

1. Sonntag: Invokavit - Invocabit me, et ego exaudiam eum; "Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören.“ (Ps 91,15)

2. Sonntag: Reminiszere - Reminiszere miserationum tuarum; "Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit“ (Ps 25,6)

3. Sonntag: Oculi - Oculi mei semper ad Dominum; "Meine Augen sehen stets auf den HERRN“ (Ps 25,15)

4. Sonntag: Lätare - Laetare, Jerusalem; "Freuet euch mit Jerusalem“ (Jes 66,10).

5. Sonntag: Judika -  Judica me, Deus; "Gott, schaffe mir Recht“ (Ps 43,1)

6. Sonntag: Palmarum, auch Palmsonntag genannt, erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. An Palmsonntag beginnt die Karwoche.

 

Liturgische Farben: violett

 

Gründonnerstag bezeichnet den fünften Tag der Karwoche. An ihm wir dem letzten Abendmahl Jesu mit den zwölf Jüngern im Garten Gethsemane gedacht. Es ist der Vorabend seiner Kreuzigung und Tag seines Verrates.

 

Liturgische Farbe: weiß

Der Karfreitag (althochdeutsch "Klage, Kummer, Trauer") ist der Freitag vor Ostern und für viele evangelische Christen der höchste Feiertag. An ihm wird an Jesus Christus erinnert, der für uns ans Kreuz genagelt und gestorben ist.

Der Karsamstag ist der letzte Tag der Karwoche. Er gilt als der Tag der Grabesruhe und wird häufig sehr still begangen.

 

Liturgische Farbe: schwarz

In der Osternacht, der Nacht von Karsamstag auf den Ostersonntag, wird der Nacht der Auferstehung gedacht. In einer besonderen Kerzenliturgie wird der Übergang vom Dunkel ins Licht gefeiert.

Ostern ist einer der höchsten Feiertage im Kirchenjahr. Die Auferstehung Jesu Christi, der den Tod überwunden hat, wird am Ostersonntag und Ostermontag gefeiert.

 

Liturgische Farbe: weiß

Die Sonntage nach Ostern bis Pfingsten gehören weiterhin zur österlichen Freudenszeit. Jeder Sonntag nach Ostern hat seinen lateinischen Namen aus dem Beginn des Introitus des jeweiligen Sonntags.

1. Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti (weißer Sonntag) - Quasi modo geniti infantes; "wie die neugeborenen Kindlein“ (1 Petr 2,2a).

2. Sonntag nach Ostern: Misericordias Domini (Sonntag vom guten Hirten) -  Misericordias Domini in aeternum cantabo; "Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich“ (Ps 89,2)

3. Sonntag nach Ostern: Jubilate - jubilate Deo, omnis terra; "Jauchzet Gott, alle Lande!“ (Ps 66,1)

4. Sonntag nach Ostern: Kantate - Cantate Domino canticum novum; "Singet dem Herrn ein neues Lied" (Ps 98,1)

5. Sonntag nach Ostern: Rogate bedeutet "Betet". Der Sonntag ist auf das Gebet ausgerichtet.

6. Sonntag nach Ostern: Exaudi - Exaudi, Domine, vocem meam; "HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe;“ (Ps 27,7)

 

Liturgische Farben: weiß

Christi Himmelfahrt erinnert an die Aufnahme Jesu in den Himmel. Nach dem Neuen Testament begegnet der auferstandene Christus über vierzig Tage hinweg wiederholt seinen Jüngern und wird dann in den Himmel aufgenommen, wo er mit dem Platz "zur Rechten Gottes“ die Macht über Himmel und Erde erhält.

Christi Himmelfahrt ist 40 Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten. Es wird am Donnerstag um den 6. Sonntag nach Ostern (Exaudi) gefeiert.

 

Liturgische Farbe: weiß

Pfingsten (altgriechisch für "fünfzigster Tag") ist der 50. Tag nach Ostern. Es ist einer der höchsten christlichen Feiertage, an dem die Entsendung und das Kommen des Heiligen Geistes gefeiert werden. Pfingsten gilt auch als Geburtstag der Kirche bzw. als geburtsfest des Christentums. Pfingsten besteht aus Pfingstsonntag und Pfingstmontag. 

 

Liturgische Farbe: rot

Die Trinitatiszeit

Diese Zeit ist eine sogenannte "festlose" Zeit mit wenigen Höhepunkten. Sie beginnt mit Trinitatis und endet mit dem Kirchenjahr am Ewigkeitssonntag.

Trinitatis (lateinisch) steht für "Dreieinigkeitssonntag" und ist der Sonntag nach Pfingsten. Gefeiert wird die Einheit Gottes in seinen unterschiedlichen Werken: dem Schöpfungswerk des Vaters, dem Versöhnungswerk des Sohnes und dem Vollendungswerk des Heiligen Geistes.

 

Liturgische Farbe: weiß

Die Sonntage nach Trinitatis können bis zu 24 Sonntage umfassen. Die Anzahl der Sonntage ist vom Zeitpunkt des Osterfestes abhängig.

Die Sonntage selbst haben keinen speziellen Namen, sondern werden fortlaufend weitergezählt: 1. Sonntag nach Trinitatis, 2. Sonntag nach Trinitatis usw.

In diese Zeit fallen Erntedank und die Reformation.

 

Liturgische Farben: grün

Beim Erntedankfest wird Gott für die Gaben der Ernte gedankt.

Das Erntedankfest ist ebenfalls ein fortlaufender Sonntag nach Trinitatis.

 

Liturgische Farbe: grün

Am 31. Oktober wird an die Reformation der Kirche erinnert. Martin Luther soll am Tag vor Allerheiligen im Jahr 1517 an die Tür der Schlosskirche Wittenberg 95 Thesen zu Ablass und Buße angeschlagen und damit die Reformation eingeleitet haben.

 

Liturgische Farbe: rot

Der Buß- und Bettag wird am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag begangen. Der Tag dient der Selbstbesinnung, dem Gebet und der Buße.

 

Liturgische Farbe: violett

Der vorletzte Sonntag im Kirchenjahr fällt in Deutschland auf den Volkstrauertag. An diesem Tag wird an die Opfer der Kriege, insbesondere der beiden Weltkriege, erinnert. In vielen Gemeinden wird an Kriegs-Denkmälern Kränze niedergelegt. Der Tag soll mahnen und daran erinnern, wie kostbar ein Leben in Frieden ist.

 

Liturgische Farbe: grün

Der Ewigkeitssonntag wird auch Totensonntag genannt. Dies ist ein Gedenktag für die Verstorbenen.

Er ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres.

 

Liturgische Farbe: weiß, wenn die Hoffnung der Auferstehung im Fokus steht, ansonsten ist auch Farbe grün möglich

grün

Grün ist die Farbe der Hoffnung, des Wachsens und der sogenannten "festlosen" Zeiten im Kirchenjahr.

rot

Rot ist die Farbe des Heiligen Geistes, des Blutes und der Liebe. Sie wird an Pfingsten, am Reformationstag, Konfirmationen und Ordinationen verwendet.

schwarz

Schwarz ist die Farbe der Trauer und wird am Karfreitag, Karsamstag und bei Beerdigungen verwendet.

violett

Violett ist das Sinnbild für den Übergang und die Verwandlung. Diese Farbe steht für die Bußezeit vor Ostern (Fastenzeit) und Weihnachten (Advent).

weiß

Weiß ist die Farbe des Lichtes und der Auferstehung. Weiß wird auch als Christusfarbe bezeichnet. Diese ist allen Christusfeiern zugeordnet: Weihnachten, Epiphanias, Gründonnerstag, Ostern bis Exaudi, Trinitatis, Tag der Geburt Johannes des Täufers, Ewigkeitssonntag.